





Case Studies








Estland ist das nördlichste Land des Baltikums und grenzt an Litauen, Lettland und Russland. Die Hauptstadt Tallinn liegt am Finnischen Meerbusen und ist das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Insgesamt umfasst die Bevölkerung Estlands 1,361 Mio. Einwohner, wovon 70% estnischer, 25,7% russischer, 2% ukrainischer, 1% weißrussischer und 0,8% finnischer Herkunft sind.
Seit der Unabhängigkeitserklärung ist Estnisch wieder die Amtssprache und wird von ca. 90% der Bevölkerung gesprochen. Neben Estnisch sind weiterhin Russisch und seit dem EU-Beitritt auch Englisch weitverbreitet. Estnisch wird oft irrtümlich als baltische Sprache bezeichnet. Rein sprachwissenschaftlich ist die estnische Sprache allerdings entfernt verwandt mit Ungarisch und eng verwandt mit dem Finnischen, weshalb sie auch der finno-ugrischen Sprachfamilie zugeordnet wird.
Durch die geographische Nähe zu Finnland entstanden in den letzten Jahren enge wirtschaftliche Beziehungen, wobei sich Estland an dem technisch fortgeschrittenen Land stark orientierte und sich auf eine computerisierte Wirtschaftspolitik konzentrierte.
Der Geldverkehr, die Verwaltung und sogar Wahlen wurden in den letzten Jahren auf das Internet umgestellt, was der IT-Branche und dem Bankensektor einen enormen Boom bescherte. Im Jahr 2006 erreichten die Wachstumsraten sogar zweistellige Werte. Einen zusätzlichen Aufschwung erlebte die estnische Wirtschaft durch die Liberalisierung der Märkte und die Vereinfachung des Steuersystems. Estland ist somit ein attraktiver Markt für ausländische Investoren. Mittlerweile haben führende Unternehmen aus der IT-Branche wie Skype ihr Entwicklungs- und Forschungszentrum nach Tallinn verlagert.